Er machte dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. mehrfach – erfolglos – Vorschläge zur Gründung deutscher Kolonien mit Sklaveneinsatz.

Auch die Nationalsozialisten verehrten Nettelbeck: Hatte er doch 1807 die Festung Kolberg erfolgreich gegen die Franzosen verteidigt. Dies führte am Ende des Zweiten Weltkriegs zur Instrumentalisierung Nettelbecks im Durchhalte-Film Kolberg. NS Staatsschauspieler Heinrich George verkörperte Nettelbeck als entschlossenen Kämpfer und Siegesprophet, der versicherte, die Kolberger würden sich „lieber unter Schutthaufen begraben lassen als ihre Stadt zu übergeben.“

„Paderborn betont immer wieder eine offene, friedliebende und rassismusfreie Stadt zu sein. Wir halten es für untragbar, wenn ein ehemaliger Sklavenhändler und Militarist Namensgeber für eine Straße ist“, so Borgmeier, der hinzufügt: „Wenn sich die Namengebung auf Joachim Nettelbeck bezieht, ist eine Umbenennung der Straße dringend geboten.“
Die Ratssitzung findet am Donnerstag, den 27.08. um 17 Uhr im Schützenhof Paderborn (Hansesaal) statt.