In der hessischen grünen Partei, so berichtet die "Frankfurter Allgemeine", herrsche Vorfreude wie auf Weihnachten - weil der CDU-Landesvater Volker Bouffier angeboten hat, schwarz-grüne Koalitionsverhandlungen zu führen. Die Bundeskanzlerin, heißt es, habe grünes Licht dafür gegeben. Das liegt nahe, denn sie braucht auf Bundesebene eine Ersatzlösung, wenn die Große Koalition doch nicht zustandekommt oder demnächst wieder auseinanderbricht. Und Hessen bietet sich als Versuchsterrain dafür an, wie die Grünen regierungsfromm zu halten sind. Beim Regieren mitspielen wollen sie ja, wo auch immer das erreichbar ist, daran kann kein Zweifel sein. Hessen ist eine besonders interessante Probe auf Schwarz-Grün, weil hier die CDU seit langem von der sogenannten Stahlhelm-Strömung geprägt ist, von Hardlinern also. Die wollen nun die Partnerschaft mit denen probieren, die sie noch bis vor kurzem als abscheuliche Linksradikalinskis hingestellt haben. Vielleicht hat es sich nur um den üblichen rhetorischen Krach in ein und derselben gutbürgerlichen Familie gehandelt, um einen Streit über Geschmacksfragen? Der geht meist, wie man weiß, vorüber. Sobald es ums Handfeste geht, um die Chance, den gemeinsamen Besitz zu vermehren. Die Verteilung desselben ist ja vorgegeben, der CDU steht der größere Anteil zu, aber am Hungertuche werden auch die Grünen nicht nagen müssen.

Einer schönen schwarz-grünen Bescherung zu Weihnachten stehen nur noch Airport-Kontroversen im Wege. Die müßten sich ausräumen lassen. Ein neues Flughafenterminal kann doch eindrucksvoll begrünt werden.