Zumal auch die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey erst kürzlich eine Einigung mit den zuständigen Landesministern verkündet und Kommunen aufgefordert hat, entsprechende Räumlichkeiten kurzfristig anzumieten. „Die Kosten für die Unterkünfte und Essenlieferungen muss natürlich die Stadt übernehmen. Wenn dies in anderen Städten geht, warum dann nicht auch in Paderborn?“, fragt Süsselbeck.

Selbstverständlich dürften die Adressen der Hotels sowenig mitgeteilt werden wie die Adresse des Frauenhauses oder von Schutzwohnungen. Eventuell ließen sich auch Pensionen und Ferienwohnungen in der Umgebung von Paderborn finden. „Das bietet die Möglichkeit, kurzfristig in einem Hotelzimmer eine kostenfrei Aufnahme zu finden, zur Ruhe zu kommen und nach Schutzwohnungen zu suchen. Solche Wohnungen wären zwar die beste Lösung, aber gerade kleine bezahlbare Wohnungen sind in Paderborn schon seit Jahren Mangelware. Ein wohnungspolitisches Versagen der Stadt, das jetzt die Frauen ausbaden müssen“, sagt Elke Süsselbeck.

Was die Frage der Betreuung der betroffenen Frauen betrifft, so könne man auch hier eine kurzfristige Lösung finden. Da jetzt viele Beratungsstellen geschlossen hätten, wäre es möglich, die sonst dort tätigen Sozialarbeiter/innen für die Betreuung von den betroffenen Frauen einzusetzen. „Frauen in Not brauchen jetzt Hilfe“, betont Süsselbeck und fordert: „die Stadt sollte alles daran setzten, um hier eine schnelle Lösung zu finden.

Süsselbeck weist auf ein weiteres Problem hin: Seit dem 16.März sind Bordelle und Sexstudios geschlossen. „Die meisten Frauen in der Prostitution stammen aus dem Ausland, konkret aus Osteuropa und Nigeria. Viele dieser Frauen sind weder kranken- noch sozialversichert und stehen jetzt ohne jegliche Einkünfte dar. Teilweise sind sie obdachlos und wissen nicht wo sie jetzt unterkommen können. Auch an diese Frauen denke ich, wenn ich Soforthilfen und Notunterkünfte fordere.“ sagt die Bürgermeisterkandidatin. „Nach Erfahrungen in anderen Städten hat man jetzt gute Chancen, die Frauen in der Prostitution zu erreichen, die schon vorher überlegt haben, mit dieser Tätigkeit aufzuhören. Es muss gerade jetzt gezielt in Ausstiegsberatung investiert werden.“