Zu Silvester keine Party, zu Neujahr keine Perspektive in der Kulturwerkstatt
Das wird kein feierlicher Start in das Paderborner Sparjahr 2027: Wie unlängst bekannt wurde, haben lokale engagierte Künstler eine Absage für ihr etabliertes Format der Silvesterparty in der Kulturwerkstatt bekommen. Die „Kulte“ erstrahlt nach dem langersehnten Ende der Renovierungsarbeiten endlich im neuen Glanz, und trotzdem bleiben die frisch montierten Lichter aus. Ein Skandal für die Kulturlandschaft in Paderborn – und ein Skandal für das Verhältnis zwischen Bürger*innen und Verantwortungsträger*innen in der Stadt, findet Die Linke Paderborn.
Nach jahrelanger Bauzeit und vielen unerfreulichen, besonders finanziellen, Entwicklungen ist die „Kulte“ vor wenigen Wochen endlich wiedereröffnet worden. Als Kreativ-, Begegnungs- und Veranstaltungsort ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil der Paderborner Kulturlandschaft. Orte, an denen Gruppen, Vereine und bürgerliches Engagement wortwörtlich Raum bekommen, können in ihrer Bedeutung für eine Stadtgesellschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden. „Die Menschen brauchen neben ihrem Zuhause und ihrer Arbeitsstelle weitere Orte, an denen das zivilgesellschaftliche Leben stattfinden kann. Ehrenamtliche Vereinsarbeit und unabhängige Kulturprogramme müssen unterstützt werden – aber das gibt es eben nicht zum Nulltarif“, meint Eva Dreier, Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat. „Das aktuelle Vorgehen ist kurzsichtig und stößt Engagierte vor den Kopf.Wenn wir die Haushaltskonsolidierung gemeinsam schaffen wollen, können wir nicht alle Paderborner*innen vergraulen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.“
An der Kulturwerkstatt sind über 100 Gruppen und Personen als Mitglieder beteiligt. „Mit und für unsere Stadt wollen sie das kulturelle Leben bereichern. Doch intransparente Entscheidungen und rigide Personalkürzungen vonseiten der städtischen Verantwortlichen machen die Wiederbelebung der Kulte unmöglich“, so Dreier. Der Linken liegen Informationen vor, dassaktuell besonders zulasten der Mitarbeitenden gespart werde. Das sorge für Frust nicht nur bei der Belegschaft, sondern auch bei Nutzer*innen und Besucher*innen – wenn es denn überhaupt soweit käme, dass Veranstaltungen auch stattfinden dürfen, siehe Silvesterparty. „Wir fordern eine transparente Kommunikationmit den Angestellten der Kulturwerkstatt über ihre berufliche Zukunft. Und wir erwarten, dass zugunsten unserer lokalen Kulturszene finanzielle Handlungsspielräume geschaffen werden – zur Not stemmt zu Silvester auch Die Linke den Hausmeisterdienst. Wir stehen parat!“, betont Reinhard Borgmeier, Co-Vorsitzender der Ratsfraktion.

