(Foto: Die Linke)
Linksfraktion in der Fatih-Moschee
Die Fatih-Moschee an der Abtsbrede ist die älteste und größte Moschee-Gemeinde in Paderborn. Vor dem Hintergrund der antimuslimischen Stimmung stattete die Linksfraktion im Paderborner Stadtrat jetzt einen Besuch ab. Reinhard Borgmeier, Vorsitzender der Linksfraktion, betont die große Rolle, die Moscheen für die Integration spielen: "Deshalb besuchen wir als Linke regelmäßig muslimische Gemeinden, denn es ist wichtig, dass wir uns kennenlernen."
Ümüt Yurdaer, Vorsitzender der Gemeinde, bestätigte das wachsende Bedrohungsgefühl: „Man hört immer nur von ‚islamischen‘ Terroristen, über ‚christliche‘ Attentäter spricht man nicht. Ein religiöser Mensch kann kein Terrorist sein“.
Die Gemeinde besteht aus 450 Familien und somit 2.500 Mitgliedern. 150 Kinder werden jedes Wochenende in Sprache, Religion und Kultur unterrichtet. Die Gemeinde ist ein Verein nach deutschem Vereinsrecht. Die Satzung schreibt vor, dass mindestens eine Frau stellvertretende Vorsitzende sein muss. Es kann natürlich auch der Vorsitz sein.
Die Fatih-Moschee gehört der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) an. DITIB steht im Verdacht, vom türkischen Staat gelenkt zu werden. Für die Linksfraktion ein Grund für kritische Nachfragen. Dazu Ümüt Yurdaer: „Wir arbeiten alle ehrenamtlich. Jede Moschee entscheidet selbst. Wir haben auch gar keinen Bock, das zu tun was andere sagen“.
Die Gemeinde zeigte sich erleichtert und froh, dass es endlich zu einer Städtefreundschaft mit Belikdüzü gekommen ist. Vorstandsmitglied Yasin Eksi: „Die Entscheidung war überfällig“.
Beide Seiten sprachen von einem interessanten Gedanken- und Meinungsaustausch. Die Linksfraktion bot Unterstützung bei kommunalen Themen an.

