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(v.l.n.r.): Daniel Arens, Björn Gerken, Reinhard Borgmeier (Fraktionsvorsitzender), Benjamin Rühl (Sozialarbeiter), Gerd Todt, Benedikt Otto (Sozialarbeiter), Eva Dreier (Fraktions-vorsitzende), Ecki Steinhoff, Christopher McClellan
(Foto: Die Linke)

Linke Stadtratsfraktion besucht LOBBY, Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Caritasverband

Über 400 Kinder und Jugendliche beraten, über 8.000 an Schulen erreicht, das ist die beeindruckende Statistik der Sozialarbeiter in der Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Caritasverband, LOBBY. Doch was steckt hinter der Statistik? Das wollte die Ratsfraktion der Linken im Gespräch mit den Sozialarbeitern Benjamin Rühl und Benedikt Otto wissen.

Ende der 90er Jahre mit 2,7 Stellen als klassisches Streetwork-Projekt gestartet, konnte – noch vor Corona – ein niederschwelliges Beratungsangebot mit heute vier Vollzeitstellen geschaffen werden. Viel Raum nimmt heute die Präventionsarbeit an Schulen ein.

Zentrales Thema im Gespräch waren die aktuellen Tendenzen im Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen. Die Medienproblematik nimmt stark zu. Individueller Rückzug und Einsamkeit ist auffällig geworden. „Manche Kinder und Jugendliche haben keine Freunde mehr, ihre sozialen Kontakte finden nur noch virtuell statt“, erklärt Benedikt Otto das Phänomen. Die Legalisierung von Cannabis habe zu keiner erkennbaren Steigerung des Suchtverhaltens geführt. Vapes würden allerdings immer mehr zur Einstiegsdroge. 

Eine bedenkliche Entwicklung: Aus Kostengründen verweigern immer mehr Jugendämter Erziehungsbeistände und wirtschaftliche Hilfen. Stattdessen wird an die Beratungsstellen verwiesen. Das führt wiederum zu weiteren Belastungen und zusätzlichen Bedarfen, die mit dem vorhandenem Personal nicht abgedeckt werden können.

„Hier wirkt sich auch verheerend die Nichtwiederbesetzung von Schulsozialarbeiterstellen aus“, kritisiert Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat, „das führt nur zu einer Verlagerung von Problemen und wird am Ende teurer“. „Prävention ist immer noch die beste Beratung!“, zog Eva Dreier, Co-Fraktionsvorsitzende, ein Fazit.

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