Linke fordert klaren Einsatz für Paderborner Brauerei
Die Linke in Paderborn zeigt sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen bei der Paderborner Brauerei. „Im Gespräch mit dem Betriebsrat wurde deutlich: Die Beschäftigten wurden viel zu spät informiert. Die Unterstützung vor Ort ist ausbaufähig“, sagt Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linken. Die Linke fordert mehr Unterstützung durch Bürgermeister Strate. "Der hat sich noch nicht blicken lassen", so Borgmeier.
Nach Angaben von Jürgen Neugebauer wurde der Betriebsrat nur vor vollendete Tatsachen gestellt und hatte keine Chance, an Ideen oder Planungen mitzuwirken - so wie es das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht.
Besonders enttäuscht ist der Betriebsrat darüber, dass die vertraglich vereinbarte Standortsicherung in Gefahr ist. Jeder Beschäftigte hat auf vierstellige Summen zugunsten einer vertraglichen Standortsicherung bis 2028 verzichtet. Im Falle einer Vertragsverletzung wären diese Beträge an die Beschäftigten allerdings zurückzuzahlen. „Hier zeigt sich erneut: Verzichten lohnt sich nicht. Die hohen Investitionen wurden in Teilen von den Beschäftigten mitfinanziert. Die Belegschaft wird doppelt bestraft", kommentiert Borgmeier das Vorgehen der Haus-Cramer-Gruppe.
Technisch produziert die Brauerei auch alkoholfreie Getränke beziehungsweise Softdrinks, denn die Anlagen sind variabel und ein Teil der benötigten Energie wird durch ein eigenes Windrad erzeugt. "Wir können hier im Prinzip alle Biere und Softdrinks produzieren. Das steigert die Attraktivität des Betriebs. Dennoch blicken die Beschäftigten auf eine unsichere Zukunft. Entsprechend ist die Stimmung im Betrieb“, so Frank Sina, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.
„Die Brauerei ist unser aller Bier. Paderborner Bier verkaufen, das nicht in Paderborn gebraut wird? Schwer vorstellbar. Die Linke wird das Thema auch in den Paderborner Stadtrat bringen. Soll im Rathaus noch Paderborner Bier ausgeschenkt werden? Alle politischen Hebel müssen jetzt genutzt werden, um die Verkaufs - und Stilllegungspläne zu verhindern", sagt Borgmeier und kündigt auch eine entsprechende Anfrage dazu für den nächsten Rat an.

