Hesse-Wäldchen: Wird am Ende kein einziger neuer Baum gepflanzt?

Im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplan Hesse-Mechatronics und der drohenden Rodung des Wäldchens für den Bau eines Parkhauses wurde seitens des Unternehmens auch immer mit einer umfassenden Waldaufforstung an anderer Stelle argumentiert. (Hesse 2022: „Wir haben der Stadt sogar das Dreifache angeboten.“)

Die Verwaltung geht in der städtebaulichen Begründung auf das Thema Ausgleichs-flächen ein. Als Kompensationsmaßnahme ist eine Ersatzaufforstung vorgesehen. Die Fläche befindet sich in der Gemarkung Paderborn, Flur 33, Flurstück 878 – Vietskamm, südlich des George-Marschall-Rings -, ist bereits komplett bewaldet und wurde seit 2012 aufgeforstet.

„Kann es sein, dass dadurch kein einziger Baum neu angepflanzt wird?“, fragt Reinhard Borgmeier, Bürgermeisterkandidat der Linken, im Bauausschuss, “nach der Verwaltungs-vorlage erfolgt die Aufforstung rein rechnerisch. Das ist doch unglaublich.“

In welcher Form kann das Unternehmen Hesse dann seiner Verpflichtung für Ausgleichs-maßnahmen überhaupt noch gerecht werden? Ist das auch durch eine ausschließlich finanzielle Ablösung möglich?

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, das Parkhaus nicht auf der vorgeschlagen, städtischen Alternativfläche zu bauen. 70 Meter Entfernung sind zumutbar. Wenn die CO²-Bilanz derart ausfällt ist die Planung skandalös“, so Borgmeier abschießen