für ein gerechteres Paderborn

Sahen sich in der Schulmaterialienkammer um und beantragen Förderung zu erhöhen: (v.l.n.r.) Peter Leppin (Sozialausschuss) Ratsfrau Roswitha Köllner (Jugendhilfe- und Schulausschuss), Susanne Bornefeld (Leiterin Schulmaterialkammer) und ehrenamtliche Mitarbeiterin Nicola Skupin

Rund 3000 Kinder und Jugendliche wurde innerhalb des letzten Schuljahres von der Schulmaterialienkammer der Diakonie ausgestattet. Jetzt besuchten Vertreter der Linksfraktion / offene Liste die Schulmaterialienkammer, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

Wenn der Schulausschussvorsitzende Alois Lienen (CDU) öffentlich äußert, die Grundschulen in Paderborn könnten kaum noch ihren Bildungsauftrag erfüllen aufgrund der mangelnden personellen Besetzung, führt das natürlich zu Diskussionen im Schulausschuss. So geschehen in der letzten Sitzung Anfang März.
„Wenn eben dieser Schulausschussvorsitzende für die nächste Sitzung am 4. April den Kreisvorsitzenden des VBE als Referenten und seine Stellvertreterin einlädt, so reibt man sich doch verwundert die Augen“, so Roswitha Köllner, Ratsfrau der DIP und Mitglied im Schulausschuss.

Seit 2. Februar liegen sie im Einwohnermeldeamt aus, die Listen zur Unterstützung eines Volksbegehrens mit dem Ziel, das Lernen an den Gymnasien in NRW wieder umzustrukturieren. G9 statt G8 fordert die Initiative „G9 jetzt NRW“.

„Nur zur Erinnerung: Das von der CDU-FDP-Vorgänger-Landesregierung umgesetzte G8-Modell ist das Wunschmodell der Industrieverbände gewesen. Sie hatten immer wieder lautstark gefordert, die Schulzeit zu verkürzen und die jungen Leute schneller reif für den Arbeitsmarkt zu machen“, sagt Roswitha Köllner, Ratsfrau und Mitglied im Schulausschuss. „So wurde dann im Jahr 2005 die Verkürzung der Sekundarstufe I um ein Jahr an den Gymnasien eingeführt.“

Die Eltern haben entschieden: Nur die Stephanusschule wird von einer Bekenntnisschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt. Gratulieren darf man der katholischen Schulleiterin Andrea Woitschek und ihrem Team, die durch ihr Engagement eine Wahlbeteiligung der Eltern von 86 % erreicht haben. „Ein aussagekräftiges Ergebnis für den Willen der Eltern an dieser Schule“, so Roswitha Köllner, Mitglied für die DIP im Schulausschuss.

Die DIP hatte mit einer Plakataktion in der Nähe der Grundschulen für die Teilnahme an der Abstimmung und für die Umwandlung geworben.

Plakatwand Ecke Winfriedstr. / Querweg

Die DIP mobilisiert weiter für die Abstimmung zum Thema Gemeinschaftsschule.

In zwei der vier beteiligten Paderborner Schulen (Grundschulen Heinrich und Stephanus) ist bereits abgestimmt worden. Jetzt stehen noch die Abstimmungen bei den Grundschulen Bonifatius und Elisabeth aus. Mit zwei weiteren Plakatwänden - wie hier an der Winfriedstr. - ruft die DIP zur Beteiligung an der Abstimmung auf.

DIP-Fraktion macht sich stark für die Gemeinschaftsschule: (v.l.n.r.) Reinhard Borgmeier, Arnd Heuvel, Roswitha Köllner

„Eine Schule für alle Bekenntnisse!“ - das ist das Motto einer Plakataktion, mit der  die Ratsfraktion der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) an die Eltern der Grundschule Stephanus appelliert, sich für die Umwandlung zur Gemeinschaftsschule zu entscheiden. „Die Gemeinschaftsschule nimmt Kinder unabhängig von ihrem Bekenntnis auf, d.h. auch, dass sie keinen Religionsunterricht in einem Bekenntnis besuchen müssen, dem sie nicht angehören“, erläutert Roswitha Köllner, Mitglied im Schulausschuss. „Wichtig ist, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, die nächstgelegene Grundschule zu besuchen, nach dem Motto „Kurze Beine – Kurze Wege.

Es kommt wieder Bewegung in die Diskussion um Bekenntnisschulen in Paderborn. Schon anderthalb Jahre ist es her, dass im Schulausschuss die Verwaltung beauftragt wurde, ein Konzept zur Neuordnung der Grundschullandschaft zu entwickeln. Jetzt gibt es auch eine veränderte gesetzliche Grundlage dafür.

Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung kann die Verwaltung jetzt bei den Grundschulen, bei denen der Anteil der katholischen Schüler unter 50 % liegt, eine Abstimmung der Eltern initiieren. Dann entscheiden die Eltern darüber, ob die Schule eine Gemeinschaftsgrundschule wird oder konfessionell gebunden bleibt. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, aber die Sache hat einen Haken.