Linke besucht Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt bei KIM
Gemeinsam mit Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzenden Reinhard Borgmeier haben Vertreterinnen der Linksfraktion die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt des Vereins KIM soziale Arbeit e.V. besucht. An dem Gespräch nahmen die Geschäftsführerin Nicole Wiggers, Linda Schulte und Beratungsstellenleiter Jochen Hunold-Berle von KIM teil.
Reinhard Borgmeier äußerte besonderes Interesse an zwei Themen: dem Westerntor als Treffpunkt für Alkohol- und Drogenabhängige sowie die Problematik Gewalt gegen Männer. „Worauf muss man dabei achten?“, fragte er.
Jochen Hunold-Berle, stellte klar, dass die Thematik der häuslichen Gewalt nicht nur Männer betrifft. „Es gibt auch Frauen, die Gewalt ausüben. Internationale Studien zeigen, dass in 50 bis 60 Prozent der Fälle beiderseitige familiäre Gewalt vorkommt“, erklärte er.
Ratsfrau Roswitha Köllner erkundigte sich nach der Zwangsberatung. Hunold-Berle antwortete, dass auch Menschen mit Gerichtsauflagen und Gruppen von Straftätern mit Gewaltproblemen beraten werden, jedoch sei es ineffektiv. Er betonte die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation mit den Gerichten, um die Beratung effektiver zu gestalten.
Auf die Frage nach der Beratungskapazität wies Hunold-Berle auf die aktuelle Warteliste hin. KIM ist für vier Kreise zuständig, verfügt jedoch nur über eine 3/4 Stelle. „Wir sind sehr unterfinanziert“, fügte Nicole Wiggers hinzu und berichtete, dass die finanzielle Sicherheit für dieses Jahr erst im April erreicht wurde.
Köllner wies darauf hin, dass es angesichts der Haushaltslage schwierig sei, neue Stellen zu beantragen. Hunold-Berle erklärte, dass selbst bei vorhandenen Mitteln die Besetzung befristeter Stellen problematisch sei, da es an geeigneten Fachkräften mangele. Linda Schulte ergänzte, dass die letzte Stelle bei einer notwendigen Neubesetzung nur noch für ein halbes Jahr finanziert war und unangenehme Arbeitszeiten, z.B. die Gruppenarbeit zwischen 17 und 21 Uhr, die Besetzung erschwerten.
Borgmeier thematisierte die Situation am Westerntor, wo sich viele alkoholabhängige und drogensüchtige Menschen aufhalten. „Wir brauchen Lösungen für dieses Thema. Der Drogenkonsumraum existiert immer noch nicht“, sagte er. Wiggers betonte die Notwendig-keit eines Drogenkonsumraums, um prekäre Situationen zu vermeiden. Borgmeier erkundigte sich nach den Erfahrungen im Streetwork-Bereich. Wiggers berichtete: "Die Sozialarbeiter*innen, die im Streetwork arbeiten, werden auch im B2 [Drogenhilfeeinrichtung des KIM] eingesetzt. Es gibt regelmäßig Gespräche und Austausch über den Alltag sowie Lebensmittel, Getränke und Unterstützung bei behördlichen Angelegenheiten."
Reinhard Borgmeier bedankte sich für das informative Gespräch und versprach: „Wir bleiben in Kontakt, denn das KIM leistet seit über 50 Jahren sehr wertvolle und wichtige Arbeit für die Stadtgesellschaft.“

