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Die Vorsitzenden der Linksfraktion kritisieren die Schließung der Sparkassenfilialen sehr scharf. (Fotos: Sigrid Urban)

Die Sparkasse ist keine "Targo Bank"

"Bei Privatbanken sind Filialschließungen eine autonome Entscheidung, das sieht bei Sparkassen ganz anders aus", sagt Ratsfrau Elke Süsselbeck. Nach dem geltenden Sparkassengesetz NW ist die Gewinnerzielung nicht der Hauptzweck der Sparkasse, sondern die Versorgung aller (auch einkommensschwacher) Bevölkerungsschichten auch und gerade in strukturschwächeren regionalen Gebieten.

Sicher ist das online Geschäft auch im Bankwesen ein wachsender Markt und führt zu weniger Publikumsverkehr in den Filialen. Aber so lange nicht empirisch nachgewiesen ist, dass die überwiegende Bevölkerung nur noch online agiert, so lange darf das für die Sparkasse kein Vorwand sein, Filialen gerade im ländlichen Raum zu schließen.

Besonders ältere Menschen werden durch diese Schließungen benachteiligt. Sie sind oft nicht in der Lage, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln und müssen daher weitere Wege zur nächsten Filiale auf sich nehmen. Süsselbeck kritisiert: „Jede Fahrt zur weiter entlegenen Filiale kostet Geld und belastet damit das Budget der Rentner*innen. Auch das gerade von älteren Menschen geschätzte vertrauensvolle persönliche Gespräch entfällt durch die Schließungen."

Sparkassen sind - anders als Privatbanken wie z.B. die Targo Bank, die nur im Internet agiert - dem Gemeinwohl verpflichtet. "Das dürfte auch Bürgermeister Dreier als Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Sparkasse bekannt sein", sagt Reinhard Borgmeier Fraktionsvorsitzender der Linken und langjähriges Mitglied der Sparkassen-Vertreterversammlung. "Dass dann der Abbau der Filialen ohne Gegenwehr des Bürgermeisters und sogar noch mit Zustimmung von Vertretern der CDU, Grünen und SPD einstimmig beschlossen wurde, ist skandalös", kritisiert Borgmeier scharf. Die Frage sei jetzt, wie mit den Beschäftigten der betroffenen Filialen umgegangen werde und wie es mit den Auszubildenden aussähe.

„Die digitale Teilhabe älterer Menschen ist nicht überall gegeben. Bevor aber schon über die Verwendung leerstehender Sparkassen-Gebäude als Kinder- und Jugendhilfebüros spekuliert wird, darf man hier den Beratungs- und Versorgungsbedarf von Senior*innen nicht vergessen“, mahnt Süsselbeck und fügt hinzu: „Das Altersarmutsrisiko steigt stetig und die Vereinsamung in Zeiten der Corona Pandemie trifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern eben auch ältere Mitmenschen mit voller Härte.“


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