Angefangen mit einer Pizzawerbung, die eine nackte Frau als „schmückendes Beiwerk“ nutzt, über Werbung für eine Wodkamarke, die voller Anspielungen auf Prostitution steckt bis hin zur Waschmaschinenwerbung, die das Rollenklischee bedient, dass auch heute noch selbstverständlich die Frau für die saubere Wäsche zuständig ist.

Gleich zu Beginn wurde das Publikum aufgefordert sich an der Debatte um sexistische Werbung zu beteiligen.

Für sexistische Werbung lassen sich laut Schoß folgende Kriterien festmachen:
• Frauen werden auf bestimmte Rollen oder Eigenschaften reduziert
• Frauen werden als Gruppe beleidigt oder abwertend dargestellt
• Schönheitsideale, die gesundheitsschädigend sind werden propagiert
• Frauen werden als Objekte ohne Persönlichkeit definiert
• die Darstellung von Frauen ist geprägt von Abhängigkeit und Unterwerfung
• die sexualisierte Darstellung der Frau hat nichts mit dem beworbenen Produkt zu tun

Für das Erkennen von sexistischer Werbung gäbe es noch einen Trick, verriet Schoß: „Fragen sie sich, wie diese Werbung aussehen würde, wenn anstatt einer Frau ein Mann dort abgebildet wäre. Würde die Werbebotschaft dann noch so rüberkommen, wie vom Hersteller oder Dienstleister gedacht?“

Wie sei es zu erklären, dass man mit sehr heftigen Reaktionen rechnen müsse, wenn sexualisierte Werbung angezeigt werde, wolle ein Zuhörer wissen. „Das liegt daran, dass die Menschen gerne im „gewohnten Schema“ bleiben“, meint Schoß. Unsere Gesellschaft sei patrialistisch ausgerichtet, Frauen und Männer wären schon mit festgelegten Rollenklischees aufgewachsen, da falle es vielen schwer, sich davon zu befreien. Eine Abwehrreaktion sei in diesem Zusammenhang zu sehen.

Auch die Frage nach dem Nordischen Modell kam auf. Ob sich beispielsweise in Schweden mit dem Einführen des Nordischen Modells, das den Sexkauf verbietet und Feier unter Strafe stellt, etwas geändert hätte, wollte eine Teilnehmerin wissen. Oft würde behauptet, dass die Zahl der Vergewaltigungen zunähme, wenn es keine Prostitution mehr gäbe. „Diese Behauptung trifft nicht zu“, so Schoß. „Die Kriminalitätsrate ist dort nicht gestiegen.“ Die schwedische Gesellschaft sei deutlich weiter, dort sei die Gleichberechtigung in den Köpfen der Menschen angekommen, ein Ziel von dem wir hierzulande noch weit entfernt wären.

„Wir alle sind gefordert, uns dafür einzusetzen, dass Paderborn zur sexismusfreien Stadt wird“, sagt Elke Süsselbeck. Die Linksfraktion /offene Liste habe bereits bei der Stadtverwaltung beantragt, bei der Vergabe von öffentlichen Werbeflächen auf sexismusfreie Werbung zu achten. „Sexismus ist von Menschen gemacht und daher können wir ihn auch wieder abschaffen“, so das Fazit von Süsselbeck.