Elke Süsselbeck erläutert: „Frauen retten uns nicht nur mit schlecht bezahlter Arbeit in Pflege und Einzelhandel durch die Krise, sie sind auch besonders gefährdet. Nach den Erfahrungen in China und Italien mahnen die autonomen Fraueninitiativen zur Vorsorge und sogar das Familienministerium hat das Problem erkannt. Das freie Frauenhaus in Paderborn leistet tolle Arbeit. Aber sie mussten 2018 schon 130 Frauen und fast 300 Kinder wegschicken, weil die Plätze nicht reichen.

In Krisenzeiten wird sich das Problem zuspitzen. Ich mache mir zudem Sorgen, wie Prostituierte durch die Krise kommen. Vor allem die ausländischen Frauen haben oft kein soziales Netzwerk in Deutschland. Hier braucht es neben Schutzwohnungen noch mehr Ausstiegshilfen aus der Prostitution.“

„Hotelzimmer wären auch geeignet, die problematischen Sammelunterkünfte für alle Obdachlosen aufzulösen. Abstand halten geht nur im Einzelzimmer. Das schützt auch Frauen, und die Hotelbetriebe hätten wieder Einnahmen in der Krise. Außerdem muss verhindert werden, dass noch mehr Sozialwohnungen aus der Preisbindung fallen. Preiswerter Wohnraum ist in Zeiten mit massenhaftem Kurzarbeitergeld der Schutzraum für sozial Benachteiligte“, ergänzt Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Rat der Stadt Paderborn.