Was dem milliardenschweren Konjunkturpaket fehle, sei die Erkenntnis aus der Krise, dass frauendominierte Branchen Systemrelevanz haben und während und nach der Krise staatlich unterstützt werden müssten. Beschäftigungsbedingungen in „frauentypischen“ Arbeitsverhältnissen müssten verbessert werden. Frauendominierte Branchen, wie der Einzelhandel, Gastgewerbe oder die Tourismusbranche, die von der Krise besonders stark betroffen sind, müssten gleichermaßen wie die Autoindustrie unterstützt werden.

"Gerade Frauen tragen in der Coronakrise die Hauptlast der drei H´s: Haushalt- Homeoffice- Homeschooling", stellt Süsselbeck fest. Frauen hätten häufig als Minijobberinnen keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, sie würden jetzt beruflich zurückstecken und in überwunden geglaubte Rollenbilder zurückfallen.

"Gleichstellungspolitik wird nicht als integraler Bestandteil von Wirtschafts- und Strukturpolitik begriffen", kritisiert Süsselbeck und ergänzt: „"Ohne die Leistung der Frauen wäre der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht Weltspitze", sagte Bundeswirtschaftsminister Altmaier anlässlich des internationalen Frauentages. Nicht an den Worten, sondern an den Taten, ist Politik zu messen. Wir müssen jetzt die Weichen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft stellen."