„Mit diesem geringen Lohn kann man nicht über die Runden kommen und ist auf Grundsicherung angewiesen“, sagt Schulte in einem Gespräch mit Vertretern der Linksfraktion im Paderborner Stadtrat. Eigentlich soll die Arbeit in der Werkstatt auf den 1. Arbeitsmarkt vorbereiten. Schulte sitzt hier aber schon seit 2013 fest.

„Alle reden von Inklusion, das ist eher Exklusion“, kritisiert Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion, „Wir brauchen auch hin den Werkstätten den Mindestlohn, meinetwegen die schrittweise Einführung, aber ohne eigenständigen Lebensunterhalt keine eigenständige Lebensführung“.

Sebastian Marcel Schulte engagiert sich auch für die Interessen seiner Kolleg*innen und war einige Jahre Mitglied des Werkstattrats. Der Werkstattrat hat allerdings nur sehr eingeschränkte Rechte. In anderen europäischen Ländern werde die Gleichstellung der WfbM Werkstätten besser umgesetzt, so Schulte. Beispielsweise gäbe es in den Niederlanden eine eigene Gewerkschaft für Menschen, die dort in Werkstätten arbeiten. Borgmeier schlug vor, zur nächsten Beschäftigtenversammlung ebenfalls Vertreter der Gewerkschaft einzuladen.

„Die Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderungen ist untragbar. Wir brauchen gesetzliche Änderungen. Rechtsgrundlage ist das Sozialgesetzbuch (SGB), deshalb können Entscheidungen nur in Berlin getroffen werden. Wir brauchen aber den politischen Druck, damit sich etwas ändert“, sagt Peter Leppin, Mitglied im Sozialausschuss.
Die Fraktion will Kontakt zu Friedrich Straetmanns (für die Linke im Bundestag) herstellen, um ein gemeinsames Treffen zu organisieren. Außerdem kündigten die Linken weitere Gespräche mit Werkstattleitungen, Trägern und Sozialverbänden an.