1978 zog es ihn zum Studium der Sozialpädagogik an die Katholische Fachhochschule in Paderborn. Schon dort setzte er sich für die Belange von Studenten im Studentenparlament und im Asta ein.

Prägend für Borgmeiers politische Einstellung war seine Entscheidung, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern. Folgerichtig war der überzeugte Antimilitarist und Internationalist seit Anfang der 80er Jahre in der Friedensbewegung aktiv und organisierte die Paderborner Ostermärsche. Die Auseinandersetzung mit Kriegsursachen und den dahinter stehenden ökonomischen Interessen brachten ihn in Kontakt mit Kommunisten und führte zum Eintritt in die DKP.

Solidarität war für den zweifachen Familienvater nie ein Lippenbekenntnis. Acht Jahre nach dem Sturz des diktatorischen Somoza-Regimes führte Borgmeiers Weg 1987 nach Nicaragua, wo er im Rahmen einer Solidaritätsbrigade Aufbauarbeiten unterstützte.
Seit 1993 ist er in der Asyl- und Flüchtlingsbewegung aktiv. Bekannt als Mitbegründer und Sprecher des Paderborner Flüchtlingsrates setzt er sich engagiert für die Beratung, Einzelfallbetreuung und politische Unterstützung von Geflüchteten ein.

Ab 1994 legte der bekannte Kommunalpolitiker neben der außerparlamentarischen Arbeit verstärkt auch den Blick auf das Paderborner Kommunalparlament. Als Parteiloser zog er in diesem Jahr als Mitglied der Fraktion Bündnis 90/die Grünen in den Rat der Stadt Paderborn ein und engagierte sich verstärkt im Sozialausschuss. Aus Protest gegen deren Unterstützung des völkerrechtswidrigen Kosovo-Krieges verließ er die Grünen 1999 wieder.

Stattdessen gründete er zusammen mit dem Soziologen und Politikwissenschaftler Professor Dr. Arno Klönne und anderen erfolgreich das Linke Forum Paderborn als Diskussionsforum für Bürgerinnen und Bürger, die jenseits der etablierten Parteienstruktur nach Alternativen zur herrschenden Politik suchen. Als die Auswirkungen der Agenda 2010-Politik auch in Paderborn und im Rat zu spüren waren, war Reinhard Borgmeier einer derjenigen, der die Gründung der Demokratischen Initiative Paderborn vorantrieb. Mit dem Ziel, Benachteiligten wieder eine Stimme zu geben, zog er 2004 mit der DIP in den Rat ein und ist seitdem Vorsitzender der heutigen Linksfraktion.
Er ist Mitglied in zahlreichen Ausschüssen und bei politischen Gegnern wie Freunden
anerkannt. „Eine starke Stimme im Rat“, so wird er immer wieder von Ratsmitgliedern eingeschätzt, dabei konsequent aktiv gegen die Auswirkungen des Neoliberalismus und
gegen die soziale Spaltung.
In seiner knapp bemessenen Freizeit ist der im westlichen Riemeke lebende Borgmeier
ein leidenschaftlicher Wanderer, der die Republik schon von Nord nach Süd und weiter bis zum Mittelmeer durchlaufen hat. Auf diesen Wandertouren findet er nach eigener Aussage Entspannung, aber auch Kraft und Ideen für seine weitere politische Arbeit.

Als leidenschaftlicher Gewerkschafter studierte Reinhard Borgmeier ab 1992 an der Sozialakademie in Dortmund. Bei verschiedenen Arbeitsstellen hatte er immer Betriebs- und Personalratsmandate inne. Freiberuflich war er 15 Jahre in der Ausbildung von Betriebsräten tätig. Heute ist er Gewerkschaftssekretär bei Ver.di im Bildungszentrum „Das bunte Haus“ in Bielefeld-Sennestadt.