Das PadAlz berät zu den Themen ALG I und II, Sozialhilfe und Grundsicherung sowie Wohngeld. Es gibt zurzeit zwei größere Beratungsgruppen: Die erste betrifft Menschen, die als „rentennahe Jahrgänge“ arbeitslos werden und in die Rente gezwungen werden. Oder sie stellen kurz vor der Rente fest, dass die knappe Rente nicht zur Sicherung des Lebensunterhaltes ausreicht. Dann wird es schon mal eng, wenn Miete und Strom nicht mehr bezahlt werden können. Eine weitere große Beratungsgruppe bilden Alleinerziehende, z.B. Frauen mit zwei Kindern, die zusätzlich einer Arbeit nachgehen. „Bei dieser Gruppe ist der Druck sehr hoch, weil es oft Probleme mit der Anrechnung anderer Leistungsarten, wie Unterhaltsansprüche gibt“, sagt Olaf Mittelstädt, 1. Vorsitzender des Vereins. Er kritisiert: „Die Informationen der Stadt sind oft nicht ausreichend, das Ausfüllen der Formulare und das ganze Prozedere ist zu kompliziert.“
„Wie sieht es mit Sanktionsverfahren bei Hartz-IV-Empfängern aus?“, wollte Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion / offene Liste wissen. „Die meisten Sanktionen, die wir hier erleben, betreffen fehlende Unterlagen. Das wird dann oft ziemlich „aufgebauscht“, sagt Mittelstädt. „Deshalb empfehlen wir allen Beratungssuchenden Unterlagen zu doppeln und abstempeln zu lassen. Unsere Position ist hier eindeutig: Eine Grundsicherung ist nicht sanktionierbar.“
Ein großes Problem für Hartz-IV-Empfänger stellt die Wohnungsfrage dar. Der sozial geförderte Wohnungsbau ist über Jahre zurückgegangen, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Hinzu kommen noch die stark steigenden Nebenkosten. Die steigenden Energiekosten treffen besonders Menschen mit geringem Einkommen. Da bleibt dann auch mal die Bude kalt. „Wohnungen sind so oft zu teuer, die Mieter sollen ausziehen, finden aber keine andere geeignete Wohnung. Um die Lücke zu schließen, wird dann auf das Geld zum Lebensunterhalt zurückgegriffen“, weiß Claudia Richter, die Geschäftsführerin des Vereins.
Das PadAlz berät auch in Schuldenfragen. „Wir arbeiten mit dem Jobcenter und der Diakonie zusammen“, so Richter und Mittelstädt. Die Personaldecke sei Allerdings sei das Angebot nicht bedarfsdeckend. Bei Wartezeiten von bis zu vier Monaten würden einige Menschen verzweifeln.
Forderungen von PadAlz an die Stadt und die kommunale Politik, mehr preiswerten Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen zu schaffen, werden von der Linksfraktion unterstützt. „Vor allem muss das Sanktionsregime bei Hartz IV abgeschafft werden“, kritisiert Reinhard Borgmeier, „das drangsaliert Menschen, die ohnehin schon an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden sind. Wir hoffen, das Bundesverfassungsgericht wird klarstellen: Das mit den Regelsätzen definierte Existenzminimum - viel zu niedrig - kann nicht weiter mit Sanktionen unterschritten werden.
Das PadAlz sucht aktuell dringend barrierefreie Räumlichkeiten, am besten ca. 100 qm2 im Riemekeviertel.